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Gastro-Pflege: ein erstklassiges Arbeitsumfeld mit herausfordernden Aufgaben

Während manche Fachbereiche besonders beliebt sind und sich vor Bewerbungen nicht retten können, ist die Gastroenterologie oftmals mit falschen Vorurteilen behaftet. Viele Pflegende wissen nicht, wie spannend und abwechslungsreich der Bereich ist und lernen ihn deshalb nie richtig kennen. Dabei ist die Gastroenterologie höchst vielfältig, mitunter herausfordernd und ganz anders, als die meisten denken. Höchste Zeit also, mit Vorurteilen aufzuräumen und aufzuzeigen, was die Gastro stattdessen alles zu bieten hat.

Ein Pfleger arbeitet am Bett
"Gastro" ist extrem vielseitig. Pflegekräfte behandeln zum Beispiel Patientinnen und Patienten mit schweren Lebererkrankungen. Hier kontrolliert unser Kollege Jan-Philipp einen Drainagekatheter, über den gestaute Gallenflüssigkeit abfließt.

Was ist die Gastroenterologie?

In der Gastroenterologie geht es vorrangig um die Prävention, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase. Als Teilgebiet der inneren Medizin werden hier Krankheiten behandelt, unter denen viele Menschen stark leiden. Dazu gehören chronische, entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, aber auch onkologische Erkrankungen wie Tumore im Magen-Darm- bzw. Verdauungstrakt.

Auch Hepatitis und Leberzirrhose werden von den Teams in der Gastroenterologie behandelt. 

Physios an der Charité
Unser Kollege Jorgert bereitet eine endoskopische Untersuchung vor. Der Untersuchungsraum am Campus Benjamin Franklin ist hochmodern.

Welche Aufgaben hat die Pflege in der Gastroenterologie?

Aufgrund der Breite des Erkrankungsspektrums lassen sich die Aufgaben von Pflegefachkräften in der Gastroenterologie nicht verallgemeinern. Je nach Einsatzgebiet variieren die Tätigkeiten stark.  

In der onkologischen Gastroenterologie begleiten und überwachen Pflegekräfte Chemotherapien sowie die prä- und postinterventionelle Versorgung von Patientinnen und Patienten. Fachwissen, aber auch Feingefühl sind entscheidend, um die zum Teil Schwerkranken sowie deren Angehörigen gut durch die Behandlung zu navigieren.  

An der Charité sind viele der Patientinnen und Patienten immunsupprimiert, also sind durch endogene als auch exogene Infektionen gefährdet. Neben der fachgerechten Durchführung von Pflegeprozessen nimmt in vielen Bereichen auch die sogenannte “Patient Education”, also das Anleiten der Patientinnen und Patienten im Umgang mit dem eigenen Körper eine große Rolle ein. Je nach Bereich kann sich das z. B. auf Ernährung, Hautpflege, aber auch auf den Umgang mit Ernährungssonden beziehen.  

Auch Wund- und Stomaversorgung sowie der Umgang mit spezifischen Zu- und Ableitungen ist auf bestimmten Stationen ein wichtiger Teil des Tagesgeschäfts.

Ein Pfleger steht an einem Bett und spricht mit einem Patienten
Aufklären und anleiten: insbesondere in der Gastro ist die sogenannte "Patient Education" wichtiger Bestandteil der Arbeit.

Was macht die Arbeit an der Charité so spannend und abwechslungsreich?

An der Charité ist die Gastroenterologie mit all ihren Facetten vertreten. Extrem seltene und hochkomplexe Erkrankungsbilder sind keine Seltenheit. Im Gegenteil: Fälle aus ganz Deutschland stellen sich hier vor. Oft ist der Leidensdruck besonders hoch, und die Charité ist die letzte Bastion. 

Die Pflegefachkräfte sehen und lernen somit besonders viel und müssen zusammen mit anderen Berufsgruppen – auch in der Gastroenterologie wird selbstverständlich interprofessionell gearbeitet – multimorbide Zusammenhänge erkennen und behandeln. Das Vorurteil, dass sich in der Gastroenterologie fast alles um Noro-Viren-Infektionen dreht, ist völlig überholt. Im Gegenteil. 

Um die seltenen Erkrankungen nach den neuesten Erkenntnissen zu diagnostizieren und zu behandeln, wird hier mit modernster Technik und neuester Methodik gearbeitet. Das ist insbesondere für unsere Spezialisierungen wichtig, wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa), chronische Infektionen des Darms wie auch Tumorerkrankungen des Magen-Darmtraktes. 

Die enge Vernetzung mit anderen Abteilungen der Charité und auch niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Charité verfügt beispielsweise über eine zentrale Endoskopie und ein interdisziplinäres Darmtumorzentrum.

Zur Gastro-Stellenausschreibung
Zwei Pflegekräfte im Flur
Annika und Jan-Philipp leiten die Station 48 in der Charité Klinik für Gastroenterologie / Hepatologie. Sie zeigen, dass Professionalität und Spaß bei der Arbeit Hand in Hand gehen können. Ihr Team ist 24 Personen stark.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?

Die Charité als solche, aber insbesondere der Bereich der Gastroenterologie hält eine Vielzahl von Fort- und Weiterbildungen parat. Pflegefachkräfte, die Lust auf Karriere haben, können sich beispielsweise zur Praxisanleitung qualifizieren – die Ausbildungskosten werden von dem Centrum getragen. Zudem gibt es viele weitere Qualifizierungen, die man hier erlangen kann. Beispielsweise die ICW-Schulung zum Wund- und Stomaexperten. 

Die Akademisierung der Pflegefachberufe ist zudem zentrales Thema an der Charité. Falls der Wunsch aufkommt, noch einmal zu studieren, vergibt die Charité in aller Regel Stipendien und finanziert so z. B. den Bachelorstudiengang Pädagogik oder den Bachelor in „Erweiterte klinische Pflege – Chronische Erkrankungen oder Onkologische Pflege“.

Ein Pfleger arbeitet am Bett
Weiterbildungen und Entwicklungsmöglichkeiten gibt es an der Charité viele. Zudem sieht und lernt man vieles durch die mitunter seltenen und schweren Krankheiten, die hier behandelt werden.

Wie sind die Arbeitsbedingungen in der Gastroenterologie an der Charité?

Die Charité achtet stark auf gute Arbeitsbedingungen. Abgesehen von den Ambulanzen wird im klassischen 3-Schicht-System gearbeitet: Früh-, Spät- und Nachtschicht. 

Bezahlt wird fair und transparent nach Tarifvertrag. Ohne Zusatzqualifizierungen fangen die Kolleginnen und Kollegen in der Regel mit der Entgeltgruppe P07 in der Gastroenterologie an. Das Gehalt steigt mit Berufserfahrung an. Zudem werden öffentliche Tarifverträge regelmäßig nachverhandelt.  

Zudem haben wir genaue Besetzungsschlüssel definiert – also wie viele Patientinnen und Patienten maximal auf eine Pflegefachkraft kommen sollen. Wird diese Ratio nicht eingehalten, wird dies zunächst als belastete Schicht gewertet. Für fünf belastete Schichten gibt es dann einen Charité Entlastungspunkt (CHEP). Ein CHEP hat einen Zeitwert von ca. 8 Stunden und kann dann zum Beispiel für eine Freischicht eingelöst werden. Wir setzen natürlich alles daran, dass die Ratios eingehalten werden, in Zeiten vom Fachkräftemangel ist dies jedoch nicht immer möglich.  

Auch die besonders gut bezahlten Stabi-Dienste werden von unseren Kolleginnen und Kollegen gerne wahrgenommen.  

Diese und weitere Maßnahmen haben dazu beigetragen, dass sich die Kolleginnen und Kollegen besonders wohl an der Charité fühlen und für gewöhnlich lange in dem Bereich bleiben.

Eine Kollegin nutzt das Anwenderportal der Charité
Wer belastete Schichten arbeitet, sammelt Entlastungspunkte. Diese können unter anderem auch für Freischichten eingelöst werden. Im Anwendungsportal kann man sie einsehen und verwalten.

Wie groß ist das Team? Wie ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit?

Am Campus Benjamin Franklin in Steglitz gehören 29 Personen zum Pflegeteam, inklusive Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Krankenpflegehelfer, Fachkräfte in Ausbildung und Service. Das Team arbeitet interprofessionell mit der Ärzteschaft, den Physiotherapeuten und Ernährungstherapeuten zusammen.

Das Team der Gastroenterologie am Campus Virchow-Klinikum in Wedding besteht aus 24 Personen.

Ein Pfleger der Charité lächelt freundlich in die Kamera
Zusammen mit Jorgert zählt das Pflegeteam am Campus Benjamin Franklin 29 Personen.

Hospitieren in der Gastroenterologie: Du bist willkommen!

Du bist Pflegende oder Pflegender und willst den Bereich der Gastroenterologie einfach mal kennenlernen? Dann mach eine unverbindliche Hospitation bei uns! Lerne die Teams, die Geräte und die Aufgaben kennen und lass dir alles zeigen und erklären. Die Teams freuen sich, ihre Begeisterung für den Bereich zu teilen und zu zeigen, welche Vielfalt die Gastro zu bieten hat.  

Für eine Hospitation, schreib uns eine kurze E-Mail mit 1-2 Sätzen zu deiner Person und deinem Pflege-Know-how. Wir freuen uns, dich kennenzulernen.

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