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Endoskopie-Funktionsdienst an der Charité: Einblicke in die Arbeit

Das endoskopische Zentrum am Campus Virchow-Klinikum der Charité gehört zu den größten und modernsten Zentren Europas. Mehr als 9.000 endoskopische Untersuchungen und Notfälle wurden hier vergangenes Jahr durchgeführt bzw. behandelt. Diese Taktung gelingt, weil Ärzteschaft und Funktionsdienst Hand in Hand arbeiten. Aber wie genau sieht die Arbeit des Funktionsdienstes aus und wie unterscheidet er sich vom "klassischen" Pflegedienst? Die Antworten findest du in diesem Artikel.

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Die Endoskopie am CVK: Zwei Schwerpunkte unter einem Dach

In unserer Endoskopie versorgt ein interdisziplinäres und vor allem multiprofessionelles Team zwei große Schwerpunkte der Gastroenterologie: Zum einen das Resektionszentrum für Krebserkrankungen, in dem Tumoren endoskopisch behandelt werden. Und zum anderen ist es der Bereich der Lebertransplantation, in dem Erkrankungen von Gallengängen, Bauchspeicheldrüse und der Leber behandelt werden. Dabei werden internistische wie auch chirurgische Patientinnen und Patienten behandelt. Zusätzlich ist die Endoskopie auch Anlaufstelle Nummer eins für verschiedenste Notfälle und arbeitet eng mit den zahlreichen Intensivstationen der Charité zusammen. Der Mix aus geplanten Routine-Untersuchungen und hochkomplexer Notfallversorgung macht die Arbeit hier ganz besonders spannend.

Ärzteschaft und Funktionsdienst arbeiten am Untersuchungstisch Hand in Hand

Pflegedienst oder Funktionsdienst: Was ist eigentlich der Unterschied?

Beim Begriff Pflegedienst bzw. dem Berufsbild der Pflege hat wohl jede Person direkt ein mehr oder weniger klares Bild vor Augen. Beim Funktionsdienst sieht das anders aus. Viele wissen nicht genau, was das eigentlich ist und wie sich Funktionsdienst und Pflegedienst unterscheiden.

Die Unterscheidung ist vermutlich unklar, da im Pflegedienst ganz klar Pflegeprofessionen verortet sind, Funktionsdienst hingegen beschreibt eher Tätigkeitsfelder, in denen Personen diverser Gesundheitsfachberufe arbeiten.

Unter Pflegedienst versteht man für gewöhnlich die Arbeit auf Station. Pflegekräfte versorgen dort Patientinnen und Patienten rund um die Uhr und über deren gesamten Klinikaufenthalt hinweg und stellen einen strukturierten Pflegeprozess sicher. Die Arbeit beinhaltet zumeist die Aufnahme, Grund- und Behandlungspflege, Assistenz bei Untersuchungen und Behandlungen und auch die Entlassung. Abgesehen von der Arbeit in den Ambulanzen bedeutet das in der Regel Schichtarbeit im Früh-, Spät- und Nachtdienst. Natürlich auch an Wochenenden und Feiertagen.

Der Funktionsdienst hingegen arbeitet in Bereichen, in denen Diagnostik und Therapie stattfinden. Dazu gehören unter anderem der OP-Bereich und die daran angeschlossene Anästhesie, die Funktionsdiagnostik, das Herzkatheterlabor und auch die Endoskopie. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen hier konkrete Untersuchungen oder Eingriffe, bei denen der Funktionsdienst auch eine aktive Rolle einnimmt.

Im Funktionsdienst der Endoskopie arbeiten vorrangig Pflegefachkräfte und Pflegeassistenzen, aber auch Medizinische Fachangestellte wie auch Operations- und Anästhesietechnische Assistenzen. Sie bereiten Patientinnen und Patienten auf die Eingriffe vor, überwachen die Sedierung und assistieren den Ärztinnen und Ärzten am Untersuchungstisch. Dabei arbeiten sie mit komplexer Medizintechnik. 

Da abgesehen von den Notfällen die Eingriffe planbar sind, sind auch die Arbeitszeiten entsprechend strukturiert: Unter der Woche decken ein Früh- und ein Zwischendienst den Zeitraum zwischen 09:00 bis 18:00 Uhr ab. Am Abend und auch am Wochenende übernimmt dann eine Rufbereitschaft die eventuellen Notfälle.

Professionalität und gute Laune müssen sich nicht ausschließen. In der Endoskopie wird auf ein gutes Arbeitsklima - unabhängig von der Berufsgruppe - besonderen Wert gelegt.

Technik, Teamwork und Handwerk

Was die Arbeit des Funktionsdienstes so besonders macht, ist das Zusammenspiel aus modernster Technik, handwerklichem Geschick und der großen Bandbreite an Eingriffen. Pflegefachmann Jan-Philipp Burska beschreibt seine Arbeit im Funktionsdienst wie folgt: „Die Kombination aus Pflege und Technik und die Zusammenarbeit mit den Ärztinnen und Ärzten, aktiv bei der Behandlung dabei zu sein und mitzuwirken, das macht mir einfach Freude. Und am Ende des Tages weiß ich, ich habe den Patienten geholfen.“

Viele der Kolleginnen und Kollegen schätzen auch den Einsatz in der ERCP, der endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie. Hier werden Leber sowie Gallen- und Pankreasgänge mithilfe von Kontrastmitteln unter Röntgendurchleuchtung dargestellt und direkt behandelt. Die Behandlungen sind zum Teil so komplex, dass sie mehrere Stunden andauern, was die Konzentration wie auch den Körper gleichermaßen fordert – denn wegen der Röntgenstrahlung muss eine Bleischürze getragen werden.

„Endoskopie ist nicht für jeden“, gibt der langjährige Mitarbeitende Christian Apfelstädt offen zu. „Aber wenn man einmal den Gedanken dahinter verstanden hat, findet man relativ schnell eine Begeisterung dafür.“ Wichtig sind ein großes Interesse an Technik und eine Portion Selbstvertrauen, da man einen aktiven Part in der Behandlung übernimmt. An die Arbeit wird man jedoch langsam herangeführt. In den ersten Monaten hat man immer eine erfahrene Kollegin oder Kollegen an der Seite und kann Stück für Stück die Handgriffe einüben. Damit man weiß, worauf man sich einlässt, sind auch Hospitationen immer gerne gesehen.

Hier könntest du stehen! Mache eine Hospitation und lerne auch unsere ERCP kennen.

Hospitiere in unserer Endoskopie

Hast du Interesse an tiefen Einblicken? Dann hospitiere bei uns in der Endoskopie und lerne den Funktionsdienst im Detail kennen. Melde dich hierfür gerne bei unserem Funktionsleiter Bastian Berger.

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